Dr. Klaus Spieler

* 22.05.1946 – † 27.02. 2026
Gründungsmitglied des fjs e.V.
Gründer des Computerspielmuseums in Berlin

In tiefer Trauer müssen wir uns in diesen Tagen von unserem Vorsitzenden, Dr. Klaus Spieler verabschieden.

Dr. Klaus Spieler war ein Mensch, der früh erkannte, dass soziale Verantwortung, kulturelle Bildung und digitale Welten untrennbar zusammengehören. Mit ihm verliert der fjs e.V. nicht nur ein Gründungsmitglied, sondern einen Vordenker und Mitgestalter, der die Entwicklung unseres Vereins und zahlreicher gesellschaftlicher Initiativen über viele Jahre entscheidend geprägt hat.

Mit großer Beharrlichkeit und zugleich bemerkenswerter Zugewandtheit setzte er sich über Jahrzehnte für die Begleitung von Kindern, Jugendlichen und ihren erwachsenen Bezugspersonen in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft ein. Dabei hatte er stets beide Seiten im Blick: die Chancen digitaler Medien und die Verantwortung, Menschen zu einem souveränen, reflektierten und geschützten Umgang mit ihnen zu befähigen.

Dr. Klaus Spieler gehörte zu den frühen und wichtigen Stimmen, die Computerspiele nicht allein als technisches oder wirtschaftliches Phänomen verstanden, sondern als Kulturgut ernst nahmen. Als Gründer des Computerspielemuseums in Berlin schuf er einen Ort, der die kulturelle, ästhetische und gesellschaftliche Bedeutung digitaler Spiele sichtbar machte. Zugleich war er Initiator der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und engagierte sich damit früh für einen verantwortungsvollen Jugendmedienschutz in Deutschland.

Doch sein Engagement reichte weit über die digitale Welt hinaus. Als langjähriger Leiter der Akademie für Ehrenamtlichkeit widmete er sich mit großer Leidenschaft der Stärkung bürgerschaftlichen Engagements und der Professionalisierung sozialer Arbeit. Mit QUIFD brachte er eines der bedeutendsten Qualitätssysteme sozialer Arbeit auf den Weg und prägte damit nachhaltige Standards für Einrichtungen und Projekte weit über Berlin hinaus.

Dr. Klaus Spieler verband analytische Klarheit mit gesellschaftlicher Verantwortung, kulturelle Neugier mit sozialem Denken und strategische Weitsicht mit menschlicher Wärme. Er verstand es, Menschen zusammenzubringen, Entwicklungen vorauszudenken und neue Wege zu eröffnen – oft lange bevor andere deren Bedeutung erkannten.

Es war ein großes Geschenk, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. Sein Rat, seine Haltung, seine Freundlichkeit und seine unermüdliche Zuversicht werden uns sehr fehlen.

Thomas Schmidt
Für den Vorstand des fjs e.V.